Doris

Liebes Team der Hundehilfe,

nun bin ich schon vier Wochen Rheinböllerin und habe eine schöne blaue Hundemarke. Man geht hier "an die Bach und holt die Ball". Ich habe hier ein Haus, ein Frauchen  und ein Herrchen sowie jede Menge Hundekumpels und Menschenfans. Gerne erzähle ich Ihnen, wie es mir bisher ergangen ist.

In meinem Haus fühle ich mich besonders wohl. Dass hier auch ein Mann wohnt, daran habe ich mich schnell gewöhnt und ich habe ihn auch schon lieb gewonnen. Gerne gehe ich die Treppe zur Galerie hoch und runter, verfolge A., schnupper hier und da - und gehe sogar in den Keller, denn dort riecht es fein, weil hier die Hundekiste mit Erinnerungsstücken meiner Vorgängerinnen steht und das Futter deponiert ist. Das Hundekörbchen interessiert mich weniger (außer die hier zuweilen deponierten Pansenstücke). Schlafen tue ich überwiegend am Fußende des Bettes und früh morgens geht’s dann zum Schmusen. Den Garten liebe ich auch, besonders gerne wälze ich mich auf dem neu eingesäten Rasenstück. Hier ist das Gras so schön kühl und weich. Außerdem helfe ich bei der Gartenarbeit. Das neu angelegte Beet habe ich nach meinen Wünschen umgestaltet.

Die ersten Tage habe ich mich nur im Haus sicher gefühlt. Beim Spazieren gehen hatte ich immer an der gleichen Stelle Angst: dort wo es in ein Waldstück hineingeht und mir dann auch noch ein großer, schwerer Mann entgegen kam. Mit viel Geduld und Käsestückchen geht es zwischenzeitlich problemlos. Außerdem haben manche Männer auf dem Spazierweg öfter Fleischwurst dabei…

Jeden Mittag geht’s zur Hundespielgruppe. Hier treffen wir uns mit Emely, Pino , Josi, Luna, Hera, Ben, Nigra und Katchuka mit ihren allesamt sehr netten Menschen. Da ist immer was los. Ich orientiere mich sehr an Emely, der Golden DoodleDame: Sie läuft gerne Bällchen nach und ich laufe gerne Emely nach. In der Hundegruppe kann ich auf einem gesicherten Terrain frei laufen. Das ist toll. Ich strahle über beide Schlappohren und besonders in den ersten Tagen löste sich durch das unbekümmerte Spielen meine Anspannung. Neben der Hundespielgruppe treffe ich viele andere Hunde, denn wir haben das Glück an der „Hundehauptverkehrsstrasse“ zu wohnen. Bein Gassi gehen treffe ich zum Beispiel meinen Herzenshund Charlie, den flotten Kito, Finja, Nolli, Lesehund Oskar, Asta, Spitzillinchen Muffy, Schiva, den souveränen Boris, Therapiehund Rico, Opa Lucky usw..

Eine besondere Herausforderung war der Besuch einer älteren Dame. Die ist einfach in mein Haus hereingegangen und hat dann mir auch noch meine geliebte A. abspenstig gemacht. Ich habe sie ordentlich angeknurrt. Und zum ersten Mal hatte jemand vor mir Angst (und nicht umgekehrt). Zum Glück sind alle entspannt damit umgegangen, dass ich nicht so freundlich war. Und nach ein paar Tagen habe ich kapiert, dass auch Schwiegermütter im Haus willkommen sind und mir nichts wegnehmen.

Übrigens sind alle begeistert von mir und meinen Fortschritten. Ich kann schon Sitz, Platz, etwas Bleib, mache Leinentraining, höre auf Hier und lasse mich aber auch gerne ablenken, denn ich bin ja schließlich noch ein Hundekind und es gibt so unendlich viel Interessantes auf der Welt…

Viele Grüße aus dem Hunsrück von

Doris (der kleinen tasmanischen Teuflin)